Unseren Gefallenen

Wir gedenken den Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege.

Das alte Kriegerdenkmal am ehemaligen gasthaus „Krone“

Die Gefallenen im 1. Weltkrieg:

Brauch Gustav,  Helm Friedrich,  Hornung Wilhelm,  Keil Karl,  Knapp Robert,  Knapp Vinzens,  Moser Heinrich,  Noe Oskar,  Pfetzer Kilian,  Sensbach Karl,  Scheuermann Max,  Strauss Karl,  Vierling Georg,  Vierling Friedrich

Die Gefallenen im 2. Weltkrieg:

Brauch Otto,  Brauch Gustav,  Ebert Hilda,  Höreth Josef,  Kühn Julius,  Neureuther Alfred,  Pfetzer Josef,  Sensbach Ludwig,  Sigmund Rudolf,  Scheuermann Fritz,  Schnörr Jakob,  Hofmann Erwin,  Roth Rudolf

Vermisste im 2. Weltkrieg:

Ballenweg Rubens,  Brauch Friedrich,  Kühn Otto,  Noe Oskar,  Sensbach Karl,  Scholl Gottfried,  Scheuermann Ludwig,  Westenhöfer Seraphin

 

Die neue Gedenktafel auf dem Friedhof

Ersterwähnung von Reichenbuch

Die sogenannte Ersterwähnung eines Ortes bezieht sich immer auf eine Urkunde, die Entstehung eines Ortes bleibt mangels schriftlicher Dokumente so gut wie immer im dunkeln. So auch bei Reichenbuch. Erstmals urkundlich erwähnt wir Reichenbuch in einem Kaufvertrag am 09. Oktober 1330. Die Urkunde ist als Regest bei der ev. Stiftsschaffnei Mosbach im Lagerbuch 1584 Folio 691 vorhanden. Der Kaufvertrag besagt folgendes :

09. Oktober 1330 (Dyonis)

Ritter Johannes von Obrigheim gen. das Kind verkauft dem Stift zu Mosbach ein Haus zu Reichenbuch (Reichards-) zwei Morgen Acker auf Obrigheimer Gemarkung und die Fähre zu Neckargerach (Negger-) um 106 Pfund Heller.

Siegler : Aussteller, sein Sohn Johannes, seine Brüder Dieter und Berthold

Wenn wir uns die Urkunde jetzt durchlesen fällt auf das es sich lediglich um ein Haus in Reichenbuch handelt. Somit Bestand damals Reichenbuch bereits als Ort und hatte auch schon mehrere Häuser. Die eigentliche Entstehung des Ortes ist zwar nicht belegbar aber fand wesentlich früher statt. Es bleibt abzuwarten ob nicht irgendwann, irgendwo noch frühere schriftliche Zeugnisse von Reichenbuch auftauchen. Zum heutigen Zeitpunkt (2020) kann Reichenbuch immerhin auf eine 690 jährige Geschichte zurückblicken.

Reichenbucher Heimatlied

Reichenbucher Heimatlied

Text: Wolfgang Palm- Weise: Rudolf Niedermayer

Wenn ich von der steilen Höhe, wo mein Dörflein liegt so klein,                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         auf das Tal des Neckars sehe, kann ich doch so glücklich sein.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Wenn ringsum die Bäume blühen und der Frühling zieht ins Land                                                                                                                                                                    ziehts mich stets nach allen Mühen, hin wo meine Wiege stand.                                                                                                                                                       Heimatdörflein, hoch da droben, gerne kehr ich bei Dir ein.                                                                                                                                                                      Tausendmal will ich dich loben, Reichenbuch, du Heimat mein!
Wenn die ersten Sonnenstrahlen lassen Wiesen rings erblühn,                                                                                                                                                                                  und Die Bienen vollbeladen wonnetrunkend drüber ziehn.                                                                                                                                                                                    Auch nach jedes Wetter toben, wenn Du streifst durch Wald und Flur.                                                                                                                              Singt der Ähren goldnes Wogen dir den Hymnus der Natur.
Heimatdörflein, hoch da droben, gerne kehr ich bei dir ein.
Tausendmal will ich dich loben, Reichenbuch, du Heimat mein!
Auch der Winterstürme Brausen, wenn sie heulen durch das Tal,
kannst Du in der Stille lauschen, wenn die Bäume wurden kahl.
Auch Glanz, er muß einst vergehen, auch zu Dir kommt einst Freund Hein.
Stille mußt du mit ihm gehen, wenn er führt zu Gott dich heim.
Heimatdörflein, hoch da droben, schenk ein Grab mir drauß am Rain.
Ewig will ich Dich dann loben. Erd der Heimat, schließ mich ein!

Margaretha Bienemann

Mitte Mai 2020 erreichte uns eine Suchanfrage nach einer Margaretha Bienemann geb. um 1745 in Neckargerach, katholisch. Unser Sprecher des VHS-Arbeitskreises Genealogie und Heraldik, Herr Fritz Müßig bat mich darum die Suche zu übernehmen.
Der Geburtseintrag war schnell gefunden, gab jedoch einige Rätsel auf !

kath. KB Neckargerach Seite 90

Margaretha Bienemann wurde am 20. Oktober 1744 geboren, der Eintrag selbst wurde zwischen dem 04. Oktober und dem 07. Oktober regelrecht eingequetscht.
Der lateinische Text bedeutet übersetzt folgendes :
Am 20. Oktober gegen Abend wurde geboren und in der Pfarrei auf den Namen Margaretha getauft und von der Witwe Elisabetha Binnemann{in} aus der Taufe gehoben, beflecktes Kind.
Zur damaligen Zeit war Johann Philipp Christoph Forster Kath. Pfarrer in Neckargerach. Ein Kirchenbuch-Eintrag musste getätigt werden, die Art war
aber nicht zwingend vorgeschrieben. Aus diesem Grund quetschte Er den Eintrag an falscher Stelle ein, sollte der Eintrag gefunden werden erfährt man gleich warum dieser Eintrag so eingefügt wurde !
„proles incestuosa“, das „befleckte“ (Inzest) Kind und noch etwas „Witwe“
Wer ist jetzt also der Vater von Margaretha Bienemann ?
Hierzu blieb mir nichts anderes übrig als die ganze Familie zu suchen ! An dieser Stelle sollte vermerkt werden dass Familiennamen nach dem
“hörensagen“ geschrieben wurden.

N, N (rk).
Verbindung: außerehelich mit
MARSCH, Elisabetha (luth) Eltern: MARSCH (MARS), Joannes Bartholomäus u.
SCHLACHINHAUFFEN (SCHLAGINHAUFEN), Ursula

  • am 08.02.1702 in Neckargerach 1.), Wohnort: in Neckargerach.
    Weitere Familie: (1).
    Wohnort der Familie: in Neckargerach.
    Kind:
  1. Margaretha BINNEMANN * am 20.10.1744 in Neckargerach 2.), ~ am 20.10.1744
    in Neckargerach 3.), .
    Quellen: 1.) ev. Kirchenbuch Seite: 60, 2.) kath. KB Neckargerach Seite: 90, 3.) kath. KB Neckargerach Seite: 90,


Der Vater von Margaretha Bienemann wird in der Familie als „NN“ geführt. Der Ehemann von Elisabetha Marsch, Joannes Georgy Binnemann verstarb bereits am 13.06.1742 in Neckargerach. Da es sich laut KB-Eintrag um Inzucht gehandelt haben muss kommt als Vater von Margaretha Binnemann nur einer von zwei Brüdern in Frage. Alle anderen männliche Familienangehörigen waren zum Zeitpunkt der Zeugung bereits gestorben.


Heimat

Was ist Heimat ?

„Bezeichnung für den Geburtsort, auch für den Ort, wo jemand sein Heim, d. h. seine Wohnung hat. In der Rechtssprache versteht man unter Heimat (Heimatrecht) die Ortsangehörigkeit oder Gemeindeangehörigkeit einer Person, welche nicht ohne weiteres mit dem Gemeindebürgerrecht zusammenfällt, indem das Heimatrecht an und für sich nur ein Einwohner- (Einsassen-, Gemeindegenossen-)Recht ist. Auch die Staatsangehörigkeit wird Heimatrecht genannt. Neuerdings wird der Ausdruck Heimat wohl auch gleichbedeutend mit Unterstützungswohnsitz gebraucht, obgleich dies zwei ganz verschiedene Begriffe sind.“

– Meyers Konversationslexikon, Leipzig und Wien 1897, Stichwort Heimat.